Beim Fotografieren achtest du auf die Komposition im Sucher. Wenn es Zeit ist, diese Fotos zu drucken, kann es jedoch sein, dass das vollständige Bild je nach gewählter Größe nicht dem entspricht, was auf dem Druckpapier erscheint.

Der Grund dafür ist, dass das Verhältnis von Breite zu Höhe des Papiers möglicherweise nicht mit dem Verhältnis von Breite zu Höhe des Suchers übereinstimmt. Daher kann es vorkommen, dass ein Teil des aufgenommenen Bildes beim Drucken auf Papier abgeschnitten wird. Um die Sache noch komplizierter zu machen, wird bei einem 5×7-Ausdruck nicht der gleiche Ausschnitt wie bei einem 8×10-Ausdruck und auch nicht der gleiche wie bei einem 4×6-Ausdruck verwendet.

Um sicherzustellen, dass deine Fotoabzüge so aussehen, wie du sie bei der Aufnahme beabsichtigt hast, ist es wichtig zu verstehen, wie der Zuschnitt im Verhältnis zu den Standardabzugsgrößen funktioniert.

Viele Sucher von Digitalkameras zeigen Bilder mit einem Verhältnis von etwa 3:2 an, was bedeutet, dass die Breite des Suchers 1,5 Mal so breit wie die Höhe ist. Dies ist der Grund dafür, dass 4×6 eine so beliebte Druckgröße geworden ist. Es hat ein Verhältnis von 3:2 zwischen Breite und Höhe, wenn das Papier im Querformat betrachtet wird.

Dieses Standardverhältnis ist ein Überbleibsel aus der Zeit des Films. Ein Einzelbild eines Kleinbildfilms hat ein Verhältnis von 3:2. Da dies der beliebteste Film bei den Verbrauchern war, haben sich die Hersteller von Digitalkameras natürlich für dieses Format entschieden, als die Technologie zu wechseln begann.

3:2 und Beschneiden

Wenn du durch den Sucher schaust, ist das Verhältnis 3:2 die ungefähre Größe, die du siehst und die du zum Zusammenstellen deiner Bilder verwendest. Die Verhältnisse sind jedoch nicht für alle Standard-Druckgrößen gleich, und das bedeutet, dass dein Bild in einigen Fällen beschnitten werden muss.

Ein 4×6-Abzug gilt als „Vollbild“ für ein Standard-Digitalfoto. Wenn du ein Bild z.B. auf die Größe 5×7 oder 8×10 druckst, sind die Verhältnisse anders als beim 4×6-Format.

Abzüge im Format 5×7 haben ein Verhältnis von 3,5:2,5. Die lange Seite ist 1,4 Mal so breit wie die Höhe und es wird an der längsten Seite leicht beschnitten.

Abzüge im Format 8×10 haben ein Verhältnis von 5:4. Die lange Seite ist 1,25 Mal so breit wie die Höhe. Dein Foto wird auf der längsten Seite deutlich beschnitten – fast doppelt so viel wie bei einem 5×7 Foto.

Breitenmultiplikationsfaktor

Beim Vergleich von Druckgrößen ist das Denken in Form des Breitenmultiplikationsfaktors hilfreich. Beim Beispiel 5×7 beträgt der Multiplikationsfaktor 1,4 – die Differenz zwischen Breite und Höhe.

Fotopapier kann jedoch sowohl im Hoch- als auch im Querformat gedruckt werden. Aus diesem Grund ist es am besten, die richtige Ausrichtung für ein einzelnes Foto zu ignorieren. Verwende stattdessen die längste Seite des Papiers als Breite und die kürzeste Seite als Höhe, wenn du Ausdrucke mit dem Sucher vergleichst.

Wenn die Kamera über einen Sucher mit einem Verhältnis von Breite zu Höhe von 3:2 verfügt, solltest du in der Lage sein, das gesamte unbeschnittene Bild auf 4×6-Papier oder 20×30-Papier zu drucken, da sie den gleichen Multiplikationsfaktor haben. Das setzt jedoch voraus, dass das Seitenverhältnis der Kamera mit dem Sucherbild übereinstimmt.

Fotografiere mehr

Professionelle Fotografen werden dir oft sagen, dass der beste Weg, mit diesen unterschiedlichen Proportionen umzugehen, „mehr zu fotografieren“ ist. Das bedeutet, dass du mehr von der Szene einfangen musst, als du denkst, da du den Ausschnitt im endgültigen Druck berücksichtigen musst. Dies wird dir helfen, den wichtigsten Teil deines Bildes zu erhalten.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass du herauszoomen musst, damit dein Motiv klein im Bild ist. Dadurch mußt du nur mehr zuschneiden, und wenn du zu weit gehst, kann es wegen der verminderten Bildqualität im Druck pixelig werden.

Konzentriere dich stattdessen auf die Mitte deines Bildes, wenn du in den Sucher schaust. Die langen Seiten sind die Stellen, an denen bei den meisten Abzügen ein Beschneiden stattfindet. Bei den Formaten 8×10, 11×14, 16×20 und 20×24 (alles mit einem Multiplikationsfaktor nahe 1,2) werden diese Seiten am meisten beschnitten. Wenn du das vielseitigste Foto für jede Größe haben möchtest, nimm das Bild mit diesem Ausschnitt im Hinterkopf auf.

Die einzige Ausnahme unter den aufgeführten beliebten Druckformaten ist das 10×20. Bei diesem Druckformat werden die kurzen Seiten tatsächlich beschnitten, was dann eher zu einem Panoramadruck führt, der lang und schmal ist.

Vorab-Visualisierung des Ergebnisses

Die Visualisierung eines Ausschnitts in der Kamera ist gewöhnungsbedürftig. Wenn du sehen möchtest, wie verschiedene Abzüge beschnitten werden, öffnest du ein unbearbeitetes Foto in deinem Bildbearbeitungsprogramm und spielst mit dem Ausschnitt herum.

Zoner Photo Studio beispielsweise verfügt über ein Zuschneidewerkzeug, mit dem du bestimmte Maße für den gewünschten Ausschnitt festlegen kannst. Stelle diesen auf 8×10 ein und schaue dir dann an, wie viel Bildfläche du an den Seiten verlierst. So bekommst du eine visuelle Referenz, die du im Sucher verwenden kannst, wenn du in Zukunft ein Foto komponierst.

Seitenverhältnis

Das Seitenverhältnis eines Bildes – das gesamte tatsächliche Bild, das die Kamera in einer Digitalkamera aufnimmt – steht ebenfalls in einem proportionalen Verhältnis. Dieses Seitenverhältnis ist nicht immer gleich dem Sucherverhältnis.

Normalerweise ist das Seitenverhältnis etwas größer. Das bedeutet, dass das aufgenommene Bild etwas mehr von der Szene enthält, als du im Sucher gesehen hast. Das kann beim Ausdrucken des Bildes auf Papier von Vorteil sein, weil du mehr zum Nachbearbeiten hast. Es reicht jedoch nicht aus, wenn sich wichtige Dinge in der Nähe des Bildrandes befinden.

Wenn du nicht viel Zeit damit verbringen möchtest, das Seitenverhältnis, das Sucherverhältnis deiner Kamera und die Papiergrößen zu vergleichen, ist der Vorschlag, etwas mehr Bild als nötig aufzunehmen, immer noch der beste Ratschlag.