Dokumentarfilm über das geheimnisvolle Leben und die erstaunliche Arbeit von Vivian Maier, einem Kindermädchen, dessen Fotografien den Vergleich mit Cartier-Bresson nicht zu scheuen brauchen.

Vor sieben Jahren machte ein junger Chicagoer Historiker namens John Maloof eine außergewöhnliche Entdeckung. Er ersteigerte bei einer Auktion eine Kiste mit unentwickelten Fotonegativen, die einer mysteriösen Frau namens Vivian Maier gehörte. Später fand Maloof einen auf ihren Namen gemieteten Lagerraum, der bis zum Rand mit Negativen, Abzügen und verschiedenen anderen Gegenständen gefüllt war.



Für eine bescheidene Bezahlung wurde er Besitzer eines erstaunlichen, riesigen Archivs von Straßenfotografie eines brillanten, unentdeckten Talents, das eindeutig mit Henri Cartier-Bresson und Diane Arbus zu vergleichen ist. Es handelte sich dabei um Tausende von atemberaubenden Bildern, die in den Straßen von New York und Chicago von den 1950er Jahren bis in die 2000er aufgenommen, aber zu Lebzeiten der Fotografin nie jemandem gezeigt wurden. Diese Dokumentation zeigt Maloofs Mission, diesen sensationellen Fund zu entwicklen, zu katalogisieren und zu veröffentlichen und mehr über die unbekannte Künstlerin selbst zu erfahren. Maier, die 2009 verstorben ist, hatte sich als Kindermädchen für wohlhabende Leute verdient gemacht, indem sie ihre Schützlinge auf langen Spaziergängen mit sich herumschleppte, während sie auf der Straße Schnappschüsse machte, und sich auch in Schmalfilm versuchte. Ihre bescheidene Arbeit erlaubte ihr, sich frei zu bewegen, und vielleicht gab ihr ihr niedriger Status ein ausgeprägtes Gefühl für Entbehrung und sogar Verbitterung. Interessanterweise sind die Bilder, die sie im ländlichen Frankreich, dem Geburtsort ihrer Mutter, aufgenommen hat, ruhiger und sanfter als die heftigen Bilder von Chicago. Dies sind gewissermaßen Anzeichen für ihren eigenen psychischen Zustand. Eine faszinierende Studie.