Ich bin ständig dabei mir Bilder von anderen Fotografen anzusehen, um aus deren Bildgestaltung und Techniken zu lernen und dieses Wissen dann wieder in meine Arbeiten einfließen zu lassen.

Manchmal sehe ich dann Bilder von verschiedenen Fotografen, die sich stark ähneln. Die erste Frage die mir dann in den Kopf kommt ist: „Wer hat hier wen kopiert?“ Doch diese Frage verschwindet sehr schnell, wenn ich mir die Fotos genauer ansehe.

Sie sind dann natürlich nicht gleich. Jeder hat eine andere Sichtweise, interpretiert eine Bildidee anders und verwendet auch nicht unbedingt die gleichen Techniken. Selten kann man erkennen, welches Bild zuerst entstanden ist und auch nicht, ob sie sich rein zufällig gleichen, da die Urheber sich nicht kennen und das Bild vorher nicht bekannt war.

Ist es nun verwerflich, wenn man eine Bildidee erneut aufgreift und umsetzt? Ich glaube nein. Fotografie ist malen mit Licht und den Vergleich zur Malerei sehe ich auch hier. Der Eifelturm wurde schon tausendfach gemalt. Doch ist jedes Bild wieder anders. Ob nun auf Grund der verwendeten Maltechnik, des verwendeten Material, oder einfach nur weil der Künstler mehr oder weniger begabt war.

Von Karl Vallentin soll das Zitat stammen: „Alles wurde schon einmal fotografiert, aber noch nicht von jedem“. Dieses wird gern und häufig von Fotografen in abgewandelter Form, auch von mir, genutzt.

„Alles wurde schon fotografiert, aber nicht von mir.“

In diesem Sinne, sollte keiner die Scheu davor haben, bestehende Bildideen in seiner eigenen Weise umzusetzen. Was ich jedoch glaube, eine hundertprozentige Kopie ist immer schlechter als das Original.