Am vergangenen Wochenende war ich mit einigen Freunden wieder auf Tour. Hierbei haben wir einige Nachtaufnahmen gemacht und mal wieder festgestellt, dass die eigentlich bekannten Regeln für Langzeitbelichtungen nicht immer befolgt werden. Teilweise liegt es an Unwissenheit oder einfach auch an einem gewissen Grad von Ignoranz. Hier mal eine kleine Liste mit Tipps für bessere Fotos im Dunkeln.

Der ISO Wert:

Der ISO Bereich einer Kamera ist je nach Modell unterschiedlich groß, achte darum bitte auf einen niedrigen ISO Wert, 100 wäre anzustreben, um Rauschen auf dem Bild zu vermeiden.

Die Blende:

Blende 8 ist für die Nachtfotografie empfehlenswert. Sie Garantiert eine hohe Schärfentiefe und die beste Abbildungsleistung. Als Eselsbrücke: Fotos bei Nacht, nimm Blende acht. Bei Verwendung der Belichtungsautomatik (AV oder A) wird die Blende festgelegt und die Kamera wählt die passende Belichtung aus. Bei der Blendenautomatik (T oder TV) wird die Blende automatisch von der Kamera gewählt. Da dann meistens eine weit geöffnete Blende gewählt wird, ist dieses nicht zu empfehlen.

Die Verschlusszeit:

Die Belichtung wird durch die Helligkeit des Motiv, der Blende und des gewählten ISO Wertes geregelt, so ist bei Landschaftsaufnahmen ohne zusätzlicher Lichtquellen eine längere Belichtung erforderlich als zu Beispiel Aufnahmen in einer Beleuchteten Stadt. Eine Belichtungsdauer von 30 Sekunden kann da schnell erreicht werden.

Dateiformat:

Um später bei der Nachbearbeitung das optimale Ergebnis aus der Aufnahme zu bekommen, sollte im RAW Format fotografiert werden. Hier sind alle Details in Lichtern und Schatten sowie alle wichtigen Bildinformationen enthalten. Auch der Weißabgleich kann bei der RAW-Entwicklung später geändert werden.

Der Autofokus:

Bei zu dunklen und kontrastarmen Motiven kann es passieren, daß der Autofokus versagt und die Kamera nicht automatisch auf das Motiv scharf stellt. So lange der Autofokus richtig arbeitet, solltet Ihr ihn auch nutzen. Wenn nicht, müsst ihr die Schärfe manuell einzustellen. Vorher ist der Autofokus zu deaktivieren.

Man kann sich aber auch mit einem Laserpointer oder einer starken Taschenlampe behelfen. Das Motiv wird angestrahlt und der Autofokus kann wieder Scharf stellen. Danach muß der Autofokus aber wieder deaktiviert werden um eine neue Belichtungsmessung erfolgen.

Die Spiegelvorauslösung:

Solltet ihr eine Spiegelvorauslösung aktivieren können, nutzt sie.  Sie verhindert, daß beim Auslösen des Spiegels kleinste Bewegungen auf den Sensor  übertragen werden. Diese Bewegungen können das spätere Bild unscharf wirken lassen.  Beachte hier die Anleitung zu deiner Kamera. Je nach Hersteller sind hier unterschiedliche Vorgehensweisen nötig

Bildstabilisator ausschalten:

Wenn euer Objektiv oder die  Kamera selbst über einen  Bildstabilisator verfügt, stellt diesen aus. Da die Kamera auf dem Stativ fixiert ist, könnte der Bildstabilisator mit den "Gegenbewegungen" das Bild unscharf machen.

Das Stativ:

Für Langzeitbelichtungen ist unbedingt ein Stativ erforderlich. Es sollte so ausgewählt werden, daß es von selbst stabil steht und die Last der Ausrüstung (Kamera und Objektiv) tragen kann. Auch leichter Wind sollte es nicht in Bewegung versetzen. Die kleinste Bewegung sorgt für Verwacklungen und das Bild wirkt am Ende unscharf.

Fernauslöser:

Ein weiteres Hilfsmittel um Verwackeln zu vermeiden ist ein Fernauslöser. Schon durch Drücken des Auslösers kann es zu kleineren Bewegungen kommen, die für unscharfe Bilder sorgen. Mit dem Selbstauslöser der Kamera kann auch ausgelöst werden.

Kleidung:

Nachts ist nicht nur mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen. Meistens wird es auch kälter. Vernachlässigt daher nicht diesen Punkt. Warme Getränke in der Winternacht sind auch was Feines.

Taschenlampe:

Nicht nur als Hilfsmittel zum Fokussieren, als Lichtquelle zur Bedienung der Kamera oder beim stolperfreien Laufen durch die Natur wird sie sehr nützlich sein.

Zusammengefasst:

  •          ISO Wert so tief wie möglich
  •          Blende 8
  •          Spiegelvorauslösung aktivieren
  •          Fernauslöser, zur Not Selbstauslöser
  •          Bildstabilisator ausschalten
  •          Stativ nutzen.
  •          RAW Format