Bang Bang Club nannte man die vier Kriegsfotografen Greg Marinovich, Kevin Carter, Ken Oosterbroek und Joo Silva, deren erschütternde Bilder der blutigen letzten Tage weißer Herrschaft in Südafrika um die Welt gingen. Regisseur Steven Silver verdichtet die wahre Geschichte zu einem fesselnden Actionfilm und zeigt das moralische Dilemma ihres lebensgefährlichen Jobs:

Wie weit darf und muss man für ein gutes Foto gehen? Ihre Bilder bewegten die Welt - aber nicht alle der vier Freunde sollten die Jagd nach dem besten Schuss überleben...

Der Name „Bang-Bang Club“ stammt aus einem Artikel des südafrikanischen Magazins Living, in dem die Gruppe zuerst als „The Bang Bang Paparazzi“ bezeichnet wurde. Die Mitglieder sahen ihre Arbeit durch den Begriff Paparazzi allerdings falsch verstanden, weshalb dieser durch Club ersetzt wurde. Bang-Bang entsprang hingegen der Sprachkultur der Townships, die den Begriff umgangssprachlich zum Verweis auf die auftretende Gewalt benutzte und den Klang von Schüssen onomatopoetisch beschrieb.

Am 18. April 1994 wurde Oosterbroek bei einem Feuergefecht zwischen nationalen Friedenstruppen und Unterstützern des African National Congress durch Kreuzfeuer getötet. Sein Kollege Marinovich wurde schwer verletzt. Eine gerichtliche Untersuchung zum Tod Oosterbroeks begann im Jahr 1995: Der Magistrat entschied, dass keine Partei für den Tod verantwortlich gemacht werden dürfe. Im Jahr 1999 sagte Brian Mkhize, ein Mitglied der nationalen Friedenstruppe, dass er glaube, die Kugel, die Oosterbroek getötet hatte, von der nationalen Friedenstruppe stammte.

Am 23. Oktober 2010 trat Silva auf eine Landmine, während er US-Soldaten in Kandahar auf einer Patrouille begleitete. Er verlor beide Beine unterhalb des Knies.

Voyeur, Kriegsgewinnler, Abenteurer, Idealist, Aufklärer - das Image der Kriegsfotografen ist schillernd und brüchig. Die Würde der Abgebildeten ebenso wie die der Betrachter zu wahren, persönlich die extremen Belastungen der Kriegserfahrung auszuhalten ... für manche Fotografen lohnende Lebensaufgabe, für andere letztlich unmöglich.